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Müde

Heute bin ich müde. Nicht müde, weil ich zu wenig geschlafen hätte. Müde wegen innerlicher Erschöpfung. Die letzten Jahre, Monate und Wochen haben mehr Spuren hinterlassen, als ich dachte.

Natürlich ist es super, dass Nina einen Job hat. Natürlich ist es toll, dass ich eine Lohnerhöhung bekommen habe. Daher fühlt sich das ein bisschen an, wie jammern auf hohem Niveau. Aber - bis sich alles so eingespielt hat, dass alles problemlos läuft, dauert es eben auch wieder. Kleine Verzögerungen lösen dann schon fast eine kleine Katastrophe aus.

Und dann macht sich eben die Müdigkeit breit. Zum Glück nur an einzelnen Tagen. Aber die Motivation für größere Dinge fehlt.

Dieses Wochenende war ich dann auch Strohwitwe. Ich hab hier rumgewurschtelt und dieses und jenes gemacht. Zur Ruhe komme ich nämlich nicht wirklich, wenn Nina nicht da ist. Eigentlich genieße ich das Alleinsein auch - aber der Lebensmensch fehlt dann halt und irgendwie will man ja eh immer das, was man gerade nicht hat.

Aber die Hoffnung - die geb ich eh nie auf. Irgendwie gehts halt immer.

Grün ist ja bekanntlich die Farbe der Hoffnung.



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