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55 Fragen an Elternblogger - das sag ich dazu:

Hallo meine Lieben,

auf der Facebookseite der Blogfamilia bin auf diese 55 Fragen an Elternblogger gestoßen, die Regine vom Blog Raise and Shine im Nachgang der Blogfamilia gestellt hat. Ich finde diese Fragen ausgesprochen interessant und möchte sie deshalb beantworten.

Auch deshalb, weil die Blogfamilia für MICH eine besondere Bedeutung hat. Ersteinmal ist es eine der wenigen Veranstaltungen, bei denen ich viele Menschen ertragen kann. Und: Die Blogfamilia hat mich kommunikativer gemacht. Seit der Blogfamilia 2017 habe ich viel gelernt über Kommunikation im Netz, als auch Kommunikation im persönlichen Gespräch. Kommunikation ist nämlich tatsächlich einer meiner Schwachpunkte.



So, aber nun zu den Fragen:
 
  1. Sind Elternblogs politisch? 
    Ein Großteil der Elternblogs ist mit Sicherheit politsch. Man muss ja nur mal gucken, wieviele über Kitakrise, Schulprobleme oder dergleichen schreiben. Mittlerweile schreiben auch viele über (Kinder)Armut und auch auch queere Familienblogs gibt es. DAS ist alles politisch!


  2.  Wenn ja, welcher deiner letzten Posts hatte politische Relevanz?
     Generell haben gerade meine Posts über ALG2 politische Relevanz. Aber auch den Beitrag zu #queergebloggt, den ich kürzlich vom Blog Nooborn gerebloggt habe, halte ich für politisch. Nicht, weil es dort um mich geht, sondern weil es um Regenbogenfamilien bzw. queere Familienblogger geht. Die sind derzeit noch zu wenig sichtbar und das möchten wir gern ändern.
 
  1. Muss jeder Elternblog politisch sein?
    Müssen nicht - aber wenn man bedenkt, welch eine Reichweite viele Elternblogs haben, ist das doch durchaus eine gute Möglichkeit, sich mit politischen Themen zu befassen. Zumal dann vieles einfach aus dem Leben gegriffen ist und keine trockene Politik-Theorie. 
 
  1. Wie wichtig ist es dir persönlich, gesellschaftlichen Einfluss zu nehmen?
    Mittlerweile ist mir das tatsächlich wichtiger geworden, auch weil ich gemerkt habe, dass unsere Familienform in Verbindung mit Armut einfach in vielen Köpfen nicht stattfindet - oder nur am Rande.
 
  1. Hast du jemals eine Kooperation im Nachhinein bereut?
    Da ich noch nicht wirklich viele Kooperationen hatte - nein.

  1. Welches Unternehmen wäre dein Traumpartner für eine Kooperation?
    Ich bin nicht an ein bestimmtes Unternehmen gebunden - aber ich würde gern Unterkünfte (egal, ob Hotel oder FeWo etc.) auf Regenbogenfamilientauglichkeit testen. Die ist nämlich nicht immer überall gegeben. Gern würde ich auch mit Unternehmen zusammenarbeiten, die Produkte für Kinder/Jugendliche von. 7-14 Jahren herstellen/verkaufen. Wir sind eben schon lang raus aus dem Kleinkindalter ;-) 
 
  1. Liest du selbst gerne Werbung auf Blogs?
    Oft schon - einfach weil es mich bei vielen interessiert, was sie zu einem bestimmten Produkt zu sagen haben. Ich bin allerdings auch ein kleines Werbeopfer. Was ich nicht mag, ist wenn nur noch Werbe-Posts kommen.
 
  1. Was macht deinen Blog besonders?
    Die Unregelmäßigkeit meiner Posts. Nein, im Ernst - tatsächlich liegt die Besonderheit meines Blogs wohl in unserer Familienform. Wir vereinen einfach Themen wie Patchworkfamilie, Regenbogenfamilie, Transsexualität, das Wohnen der großen Kinder beim leiblichen Vater und (Kinder)Armut. Das ist eine Vielfalt und Diversität, die vermutlich nicht so oft vorkommt.

  1. Was kannst du besonders gut?
    Pragmatisch sein. Mein Motto ist: Irgendwie gehts immer.

  1. Wem würdest du gerne entflogen, traust dich aber nicht?
    Da gibts derzeit niemanden. Und wenn ich das Gefühl hab, ich müsste jemandem entfolgen, mach ich das auch. 

  1. Würdest du im Nachhinein sagen, dass du deinen Blog naiv angegangen bist?
    Jein. Ich hatte mein erstes Blog 2007.  Daher habe ich Regenbogenmutti recht bewusst gestartet. Allerdings habe ich damals noch nicht gedacht, das wir soviel Feedback bekommen.

  1. Rezepte, Mode und Schminktipps – darf man als emanzipierte Frau über diese Themen bloggen?
    Ja klar. Nur weil frau sich schminkt ist sie ja nicht gleich unemanzipiert. Ich schminke mich, ich backe - nur Mode ist mir meistens ein bisschen wurscht. Aber deshalb würde ich nicht sagen, dass ich unemanzipiert bin und jedem Mann der Welt hörig (Gott bewahre!). Außerdem dürfen sich alle Menschen schminken, für Mode interessieren oder kochen/backen lieben. Das ist doch geschlechtsunabhängig.

  1. Und überhaupt: Vermitteln wir ein einseitiges Frauenbild, wenn wir als Mütter rund ums Muttersein bloggen?
    Nein, ich denke nicht. Viele von uns bloggen doch auch über Probleme mit ihren Kindern, stellen Fragen, wie andere es machen würden. Was soll daran einseitig sein? 

  1. Denkst du manchmal abschätzig über Kollegen und Kolleginnen?
    Nein, im Grunde nicht. Jede(r) hat eine Daseinsberechtigung in der Bloggerwelt. Man kommt sicher nicht mit allen klar - aber das ist im Reallife ja genauso.

  1. Was denkt dein Partner über deinen Blog?
    Meine Frau findet mein Blog super. Umgekehrt genauso.

  1. Wer unterstützt dich beim bloggen?
    Hier auf meinem Blog blogge ich allein. Aber meine Frau unterstützt mich immer wieder. Wir besprechen immer mal wieder Themen und wer darüber bloggt - sie oder ich. Sie gibt mir auch immer mal wieder Gedankenanstöße, um ein Thema etwas weitsichtiger zu betrachten.

  1. Welche Unterstützung würdest du dir wünschen?
    Hm, gute Frage. Kann ich aber irgendwie nicht beantworten.

  1. Welche Themen kommen in Elternblogs zu kurz?
    Armut, Leben im ALG2-Bezug und damit verbundene Schwierigkeiten. Sicher sind da noch mehr Themen, dir mir aber gerade nicht einfallen. 

  1. Warum greifst du diese Themen nicht auf? (Oder tust du das?)
    Sowohl meine Frau als auch ich haben diese Themen schon aufgegriffen - und werden das auch weiterhin tun.

  1. Hast du schon einmal jemanden getroffen, den du im Netz toll fandest und persönlich unsympathisch?
    Nein.

  1. Oder umgekehrt?
    Ja, das ist mir tatsächlich schon passiert. 


  2. Bist du manchmal neidisch auf den Erfolg anderer Blogger?
    Nein. Ich bin aber generell kein neidischer Mensch.

  1. Sind Blogaufrufe ein Indikator für Qualität und Kreativität von Blogs?
    Jein. Vermutlich ist es einfach unterschiedlich, aber ich mag mich da nicht festlegen. Es wird schon gute Gründe geben, weshalb viele Blogs wirklich grandiose Zugriffszahlen haben.

  1. Wirst du manchmal für deinen Blog belächelt?
    Im realen Umfeld schon, weil sowohl Freunde als auch Kollegen damit nicht viel anzufangen wissen. Im Netz glaube ich tatsächlich, dass ich nicht wirklich belächelt werde. Klar, mein Blog ist winzig. Aber ich hab trotzdem was zu sagen.

  1. Wenn ja: Offen oder hinter deinem Rücken?
    Also sollte mich jemanden hinter meinem Rücken belächeln - soll er das tun. Ist mir dann auch egal.

  1. Jetzt mal ganz ehrlich: Bist du immer authentisch?
    Ja, defintiv. 

  1. Geht das überhaupt?
    Natürlich geht das. Ich frage mich eher: Wie kann man nicht authentisch sein?

  1. Und wollen deine Leser das?
    Ich behaupte mal: Ja, meine Lesen wollen mich authentisch. Weshalb sonst sollten sie bei mir lesen?

  1. Was muss passieren, damit du aufhörst zu bloggen?
    Das mag ich mir lieber nicht ausmalen.

  1. Gibt es Posts, die du im Nachhinein bereust?
    Nein, gibts nicht.

  1. Was fehlt der Eltern-Blogger-Szene?
    Mehr queere Familienblogger - siehe Punkt 2.

  1. Networking ist alles – bist du dabei aktiv genug?
    Nein, ich glaube nicht. In einem Zeugnis dazu würde wohl stehen: Sie war stets bemüht.

  1. Vernetzt du dich gerne mit anderen Bloggern oder tust du es, weil es einfach dazu gehört?
    Siehe Punkt 32. Ich bemühe mich. 

  1. Welche Ziele verfolgst du mit deinem Blog?
    Eigentlich möchte ich den Leuten vermitteln: Hallo, wir sind eine bunte, queere Familie mit einer gewissen Lebenserfahrung. Aber: uns beschäftigen oftmals die gleichen Dinge, wie klassische Familien. Oder wie Ein-Eltern-Familien.

  1. Wird es deinen Blog in drei Jahren noch geben?
    Zumindest habe ich das vor.

  1. Und in zehn Jahren?
    In zehn Jahren sind auch meine kleineren Kinder so gut wie erwachsen. Vielleicht blogge ich dann über einen Selbstfindungstrip? Ich weiß es nicht, würde es mir aber wünschen.

  1. Was kommt nach dem Blog?
    Wie? Danach kommt noch was? 

  1. Glaubst du, dass Blogs langfristig eine Zukunft haben?
    Ja, auf jeden Fall. Es wächst doch immer eine neue Elterngeneration nach. Die möchten Informationen, Erfahrungen lesen und im Idealfall dann ihre eigenen Erfahrungen weitergeben. Dafür sind Blogs doch ideal, gerade auch dann, wenn vielleicht das familiäre Umfeld weit entfernt ist.

  1. Würdest du gerne aus einer Social Media Plattform (Instagram, Facebook und Co.) aussteigen?
    Nein. Dafür leb ich zu sehr online.

  1. Was hält dich davon ab?
    Nichts - ich mag nur keine Plattform verlassen.

  1. Realität oder Inszenierung – Was möchtest du auf Instagram sehen?
    Ich guck mir lieber die Realität an. Was bringt es mir, hübsche Wohn- oder Kinderzimmer anzugucken, und dann ein schlechtes Gewissen zu haben, weil es bei mir nicht so strahlend aussieht? Das einzige, wo auch ich ein bisschen inszeniere sind Food-Fotos. Sieht irgendwie leckerer aus.

  1. Wie lange noch, bis der nächste „heiße Scheiß“ Insta und Pinterest ablösen wird?
    Der nächste heiße Scheiß war doch Vevo - ist da noch wer? Ich habs relativ schnell wieder gelöscht.

  1. Würdest du dich über eine neue Social Media Plattform freuen?
    Ich probiere gern neue Plattformen und lass mich da auch schnell mitreißen. Aber wenn ich merke, dass ist nichts für mich, bin ich auch schnell wieder weg. Der Mensch ist eben doch ein Gewohnheitstier. Auch bei Social Media Plattformen.

  1. Oder hättest du Angst davor?
    Nee, absolut nicht.

  1. Warum hast du mit dem Bloggen angefangen?
    Ursprünglich, weil ich die Trennung vom Exmann und das damit verbunden Alleinerziehenden-Leben verarbeiten wollte.

  1. Bist du stolz auf das, was du tust?
    Ein bisschen schon, doch. 

  1. Machst du dir manchmal Sorgen um deine Daten und um die deiner Familie?
    Nein. Wenn man bloggt, ist man sich durchaus bewusst, dass man eben gewisse Daten preisgibt und auch preisgeben muss. Hey, früher stand man im Telefonbuch. Jetzt stehen die Daten halt im Impressum.

  1. Welcher Kollege / welche Kollegin fasziniert dich (als Blogger und als Mensch)?
    Alu, von Grossekoepfe.de  - mir ist schleierhaft, wie man so ehrgeizig sein kann, dass man neben 3 Kindern nochn Studium wuppt und ne Bloggerkonferenz organisiert. Auerßdem ist sie wirklich ein Herzmensch.

  1. In welchem Bereich würdest du dich gerne weiterbilden?
    Ich sag mal so: Ich bilde mich eher in kreativen Dingen weiter. Beruflich gesehen: Mach ich immer wieder mal Webinare zu bestimmten Themen, das gibt mir das Gefühl, dass ich meine Arbeit gut mache - und immer noch ein Stück verbessern kann.

  1. Was würdest du gerne an deinem Blog verändern?
    Derzeit nichts. Oder doch - vielleicht wären Gastbeiträge auch mal was feines.


  1. Hast du Texte im Entwurfsordner, für deren Veröffentlichung dir der Mut fehlt?
    Nein. Ich hab nur ne Liste mit Themen. Es gab bisher auch nur ein Thema, dass lange auf der Liste stand: Der Auszug meiner großen Kinder zum leiblichen Papa. Da konnte ich erst ca. 1 Jahr später drüber schreiben.

  1. Liest du Blogs aus persönlichem Interesse oder aus strategischen Gründen?
    Zu allererst aus persönlichem Interesse. Aber ja - durch manche Beiträge entwickelt sich durchaus eine Art Strategie.

  1. Welche Elternblog hast du selbst als erstes gelesen?
    Wenn ich ehrlich bin: Ich weiß es nicht mehr genau. Ich kann mich nur noch erinnern, dass ich einen über Schwangerschaft gelesen hab, als ich mit Kind 4 schwanger war, ich weiß aber nicht mehr, wie er hieß. Es gab dann auch ein Buch dazu, das weiß ich noch.  Damals nahmen die Elternblogs auch an Fahrt auf

  1. Liest du diesen Blog auch heute noch?
    Nein. Ersteinmal bin ich nicht mehr schwanger und die Autorin hat aufgehört zu schreiben.

  1. Oder gibt es ihn vielleicht gar nicht mehr?
    Genau, siehe Punkt 54.


    Uff geschafft. Wer hat durchgehalten? Und - beantwortet ihr die Fragen auch?

    Liebe Grüße,

Kommentare

  1. Ich bin nicht ehrgeizig, aber durchaus willensstark 😋 PS. Selber herzmensch. Alu

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  2. Huhu, ach wie schön, dass du meine Fragen beantwortet hast. Ich freu mich ja immer wie ein Schnitzel, wenn ich jemanden inspirieren konnte. Ich dachte, ich schreibe das mal für mich auf, mal schauen, ob das jemand liest...

    Du hast toll geantwortet. Man kann herauslesen, dass du mit dem Thema Authentizität tatsächlich keine Schwierigkeiten hast. Sehr sympathisch!

    Liebe Grüße

    Regine

    AntwortenLöschen
  3. Noch was: Magst du den Link zu deinen Antworten vielleicht als Kommentar bei mir posten? Vielleicht antworten ja noch mehr Blogger. Dann hätten wir eine kleine Sammlung an Antworten. Wäre klasse. Liebe Grüße, Regine

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