Direkt zum Hauptbereich

Ambulante OP - alles easy, oder was?

Hey meine Lieben,

wer mir auf Insta und Twitter folgt, hat letzte Woche sicher mitbekommen, dass unser kleinstes Kind operiert wurde.

An sich war nichts großes geplant, "nur" eine ambulante OP wegen einer Phimose. Dies hatte keine religiösen, sondern schlichtweg medizinische Hintergründe. Nun waren wir bei den üblichen Vorgesprächen und der Ton ging stets in Richtung: Das ist alles kein Problem, geht schnell, auch die Narkose ist eigentlich kein Problem.

Gut, man unterschreibt sämtliches Gedöns und hofft, dass alles so unkompliziert verläuft, wie vorhergesagt wurde. Immerhin hatte der Kleinste schon einmal eine ambulante OP (vor 3,5 Jahren - damals kamen Polypen raus und Paukenröhrchen rein) und die Narkose war damals kein Problem.

Und dann sitzt man da im Aufwachraum, während das Kind langsam aufwacht. Man ist erleichtert, dass es offenbar alles gut verkraftet hat. Das Kind hat Hunger und Durst - und kotzt dann dem Anästhesisten, der gerade zum Nachgespräch da ist, auf die Füße. Und nochmal. Und wieder und wieder. Dazu ist das Kind dann wieder sehr sehr schläfrig und wacht nicht wirklich auf. Übergibt sich aber trotzdem wieder und wieder.


Ja, das ist der Moment, in dem dann klar ist - GANZ so unkompliziert wird das hier wohl nicht. Wir haben uns an alle Anweisungen vor der OP gehalten - und trotzdem hat unser Sohnemann die Narkose gar nicht gut vertragen.

Und sein Kind so fertig da liegen zu sehen, während die Ärzte rumtelefonieren, um ein Zimmer in der Kinderklinik zu bekommen, ist - mit Verlaub gesagt - ein Scheißgefühl! Immerhin hat man ja gehofft, dass das Kind am Nachmittag wieder zuhause ist. Natürlich nicht unbedingt putzmunter - aber eben zuhause.

Wir haben die Nacht im Krankenhaus gut überstanden. Das Söhnchen hat Infusionen bekommen und ich habe ihn die ganze Nacht im Arm gehalten, gestreichelt und getröstet, wenn er weinte. Er ist in der Nacht ein paarmal aufgewacht und hatte schreckliches Heimweh. Dafür hat er am nächsten Morgen direkt 2 Brötchen gefrühstückt. Im Bett! Das fand er am allerbesten.

Trotzdem werde ich das Gefühl der Angst, die in einem solchen Moment durch den Körper kriecht, nicht vergessen. Das Gefühl, dass da gerade etwas schief läuft, von dem jeder erwartet hat, dass es gut geht.

Letztendlich bin ich aber einfach dankbar. Dafür, dass wir solche Situationen nicht öfter durchmachen müssen, weil unser Kind ansonsten kerngesund ist. Dankbar dafür, dass er sich so schnell erholt hat. Und auch dankbar, dass sich alles so unkompliziert mit meinem Job vereinbaren ließ. Eine WhatsApp an meine Kollegin/Teamleiterin - und alles war geregelt.

Was wir aus dieser Situation gelernt haben? Niemals niemals niemals erwarten, dass man nach einer ambulanten OP auch tatsächlich am gleichen Nachmittag/Abend wieder zuhause ist. Wir würden unserem Kind auch nicht mehr sagen, dass es auf jeden Fall am Abend wieder zuhause ist, sondern es auch darauf vorbereiten, dass man vielleicht eine Nacht zur Beobachtung da bleiben muss.


Liebe Grüße
Eure Jane

PS:
Auch Nina hat über diese Situation gebloggt. Wir haben uns abgesprochen mit den Einträgen, da wir beide drüber schreiben wollten. Ninas Beitrag findet ihr hier: Wach auf mein Kind

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Die sieht aus wie ne Lesbe!

Als ich heute so entspannt hier in meinem kleinen Büro saß und laut Musik aus vergangener Zeit hörte (also aus den 90ern ;-) ) kam wieder eine Frage auf, die mich doch recht oft beschäftigt, seit Nina eben Nina ist.


Wie „muss“ eine Lesbe aussehen? Ja, eigentlich ist diese Frage sehr reißerisch, aber aus gutem Grund. Denn die breite Masse hat einfach gewisse Vorstellungen. Schwule Männer haben immer einen Ohrring, einen exzellenten modischen Stil und einen ausgeprägt weiblichen Gang.


Lesben haben kurze Haare und tragen karierte Hemden. Dieses Thema ist also eines voller Vorurteile. Aber genau diese bekomme auch ich immer wieder ab. Es fängt schon bei den Haaren an. Vorletztes Jahr ließ ich mir meine Haare abschneiden und trug eine stylische asymetrische Frisur. Ich fing neu in meiner Firma an und zack war ich ich „die Lesbe“. Und da wusste noch niemand davon, dass ich mit einer Frau zusammen bin.


Nun bezeichne ich mich ja nicht unbedingt als lesbisch, kann aber verraten, dass ich vor Nin…

Einschulung 2017 [der 2. Klässler]

Hallo meine Lieben,

ups - da sind schon wieder bald 2 Monate ins Land gegangen. Egal, wer mir auf Insta & Twitter folgt, ist eh immer auf dem Laufenden.

Heute ist in NRW Einschulung und viele viele I-Dötzchen sind höchst aufgeregt in ihren allerersten Schultag gestartet. Auch bei uns war es heute soweit: Einschulung! Endlich die heiß ersehnte Schultüte und das große Einschulungsgeschenk (für Kenner: es gab die verhängnisvolle Dämmerung von Lego Ninjago).


Aber halt?! Ihr habt sicher irgendwie mitbekommen, dass unser Kleinster ja schon zur Schule geht. Wieso wurde er dann heute eingeschult?

Es ist theoretisch ganz einfach: Gegen Ende letzten Jahres hatten wir massive Probleme im Kindergarten bzw. hauptsächlich mit der Kindergartenleitung, so dass wir unser Kind nicht mehr guten Gewissens dorthin schicken konnten. Constantin war dann eine zeitlang zuhause. Im Februar war dann der Termin in der Schule, bei dem die Kinder nochmal bei der Direktorin ein paar spielerische Tests machen mü…

Wechselbad der Gefühle

Hey meine Lieben,

Heute gibts einen zweigeteilten Blogeintrag. Aber was soll ich an diesem Tag auch anderes machen? Mein großer Sohn hat Geburtstag und Nina ihre OP. Ganz schon huiiiii in mir drin!

Geburtstag

Hey mein Großer,

Du bist jetzt 14 Jahre alt. Heute ist dein Geburtstag. Vor 14 Jahren hielt ich dich zum ersten Mal im Arm. Du bist mein erstes Kind, durch dich bin ich Mutter geworden.

Ich liebe Dich mehr als mein Leben. Du bist mein Kind. Mein Junge. Es ist nicht immer einfach mit dir, du bist einfach speziell. Aber auch ein total normaler Teenager.

Du hast deinen ersten Alkoholrausch und auch die erste Zigarette schon hinter dir. Nicht schön, aber Teenie eben.

Seit knapp einem Jahr wohnst du bei deinem Papa. Und trotzdem - oder gerade deshalb - ist hier bei mir, bei uns deine Basis.

Du weißt, dass du immer herkommen kannst, auch wenn du Mist gebaut hast. Du rufst öfter an, je weiter du weg bist.  Du vermisst deine Brüder und bist dir nicht zu schade, das zuzugeben.



 Un…