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Ehe für alle? Ja klar, aber....

Hey ihr Herzen,

seit gestern tragen soziale Netzwerke einheitlich den Regenbogen. Und die Parteien auch. Die Ehe für alle ist gerade überall. Überall und präsent. Das ist wichtig, sehr wichtig sogar. Lange wurde dafür gekämpft und protestiert. Und nun geht alles plötzlich ganz schnell?!




Ich weiß es nicht. Die Bundeskanzlerin ist von ihrem klaren NEIN abgerückt, die CDU/CSU nicht. In deren Köpfen, sowie auch derer der "blauen Schlumpfnazis" (danke an Barschlamperich v. Twitter. Ich finde diese Bezeichnung grandios!) ist eine Familie Vater/Mutter/2Kinder/Hund. Wenns außergewöhnlich sein soll, gibts noch ne Katze und ein Meerschweinchen dazu.

Ich wünsche es mir sehr, dass die Ehe für alle ganz schnell umgesetzt wird. Schnell und unkompliziert. ABER...aber wir sind in Deutschland. Wenn über die die Ehe für alle positiv abgestimmt wird, muss noch ein Gesetztesentwurf her. Der passt dann nicht so richtig, dann kommt der nächste. Das wird dauern.

Dazu müssen ja dann auch im Verlag für Standesamtswesen neue Urkunden gedruckt werden. Vermutlich müssen dafür auch erst die Druckermaschinen umgerüstet werden. Immerhin wurden ja seit IMMER nur Eheurkunden für "Ehemann" und "Ehefrau" gedruckt. Tja, und da wir hier in Deutschland sind, wird uns eben mit ziemlicher Sicherheit eine ziemliche Geduld abverlangt.

Selbst dann, wenn die Ehe für alle beschlossen und verabschiedet wird. Und trotzdem: Ehe ist für alle da. Für Mann und Frau, für Frau & Frau, Transfrau & Frau, Transfrau & Mann, Transfrau & Transmann. Und sogar für Nonbinarys - ja die müssen auch berücksichtigt werden. Hat da schonmal jemand drüber nachgedacht? Dass die Ehe für alle nicht nur homosexuelle Menschen betrifft?

Es fällt mir noch ein bisschen schwer zu glauben, dass sich Politiker mit diesem Thema auseinandersetzen, für die "Menschen wie wir" oftmals sehr weit vom persönlichen Horizont entfernt sind. Ich hoffe das Beste. Denn: Auch uns uns betrifft die Ehe für alle. Mich und Nina.

Wir sind glücklicherweise verheiratet, so richtig. Wir haben geheiratet, bevor Nina öffentlich auch Frau war. Und ja, wir haben das ganz bewusst gemacht, denn bei der Hochzeit wusste ich schon von Ninas Transsexualität. Da es seit 2008 (erst!) so ist, dass sich trans* nach der Personenstandsänderung nicht mehr zwangscheiden lassen müssen, konnten wir beruhigt heiraten. Und dennoch gibt es einen kleinen Haken. Der mag anderen winzig vorkommen, doch für Nina ist es einfach ein Stich ins Herz: In der Ehekurkunde steht sie als "Ehemann". Ja, seht selbst:







Es gibt eben keine Urkunden für "Frau & Frau" (usw.). Aber DAS wird sich ja hoffentlich bald ändern.

Liebste Grüße
Eure Jane

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