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Kindheit 1988

Gerade jetzt in der Weihnachtszeit erinnern wir uns alle an unsere Kindheit zurück. Wir denken an unsere Freunde von damals, die vielleicht sogar noch heute unsere Freunde sind. Die Erinnerungen an meine Kindheit wurden neulich wieder sehr präsent, als ich Fotos suchte und plötzlich ein Kinderfoto vom mir in der Hand hielt.

Sommer 1988. Ich sitze draußen vorm Plattenbau auf dem Fußweg. Dieser ist mit Kreide voll gemalt, denn wir alle haben uns ordentlich kreativ ausgelassen. Wir – das waren im Grunde alle Kinder aus dem Block. Kleine, größere, Jungs und Mädchen. Wir lachten fröhlich und ausgelassen in die Kamera und keiner von uns hat Gedanken daran verschwendet, was noch kommt. Verklärend könnte man sagen: Eine glückliche DDR-Kindheit. Das war es zu diesem Zeitpunkt aber auch.

ich, im Sommer 1988
Meine Eltern und ich wohnten ganz oben.Ich bin übrigens heute noch der Typ Mensch, der am liebsten ganz oben wohnt. Eine Etage tiefer wohnte meine beste Freundin. Wieder darunter eine andere Freundin. Und so zog sich das durch den Block. Von Hausnummer 1 bis 11. Wir wohnten in der Nummer 8.

Wann immer ich draußen spielen wollte, es war jemand da. Nicht nur einer, meistens alle. Wir fuhren Fahrrad, malten mit Straßenkreide. Spielten hinten auf dem Spielplatz „Vier Ecken Raten“ und Verstecken. Und im riesigen Beton-Sandkasten Zweifelderball. Jungs gegen Mädchen, Mädchen gegen Jungs. Oder auch gemischt.

Wir schliefen spontan bei Freunden und niemand musste uns fahren, weil wir ja alle beisammen wohnten. Wir kratzten unsere Aluminiumpfennige zusammen und kauften uns im Tante Emma-Laden Schokolade. Uns war es egal, dass die Mauer noch stand. Davon wussten wir nicht viel und hatten trotzdem das Gefühl, dass uns die Welt zu Füßen lag und wir machen konnten, was wir wollten.

Zusammen haben wir dann erlebt, wie Deutschland wieder EINS wurde. Nach und nach verschwanden die alten klapprigen Fahrräder. Zu Weihnachten bekamen die meisten von uns ein Neues. Nur ich musste bis April zu meinem Geburtstag warten. Und später kratzten wir dann wieder unsere Pfennige zusammen und kauften uns im Hausverkauf gemischte bunte Tüten. Überhaupt war alles bunt. Bis die Blocks immer leerer wurden, weil nach und nach alle in neue moderne Wohnungen oder Häuser zogen. Auch ich. Das war 1994.

1988-1994 war meine Kindheit.

Wie ist es bei Euch? Erinnert Ihr Euch auch gerade um die Weihnachtszeit herum an Eure Kindheit? 

Liebste Grüße,
Eure Jane 

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