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Ich bin wie du - eine Mama!

Liebe Mutter aus dem Bus,

wir sind gestern gemeinsam Bus gefahren. Ich kam von der Arbeit und du warst mit Deinem Mann und Deinen Kindern unterwegs. Das Kleine weinte und ließ sich nur schwer beruhigen. Es zappelte und schwitzte und ihm war diese Busfahrt nicht wirklich geheuer.

Ich lächelte dich an. Und wurde von Dir leider mit sehr bösen Blicken bestraft. Das hat mich erst irritiert, aber nach einziger Zeit war mir klar, dass es für Dich mindestens genauso irritiert sein musste, von mir angelächelt zu werden.

Schließlich bist du in einem fremden Land, sprichst vermutlich unsere Sprache nicht oder nicht sonderlich gut. Du sitzt mit Deinem weinenden Kind in einem vollen Bus und dich lächelt eine wildfremde Frau an. Da hast Du Dich bestimmt auch gefragt: Was will di? Warum macht sie das? Lacht sie mich aus? Lacht sie über mein Kopftuch? Ja, solche Fragen sind Dir vermutlich durch den Kopf gegangen.

Der wahre Grund, warum ich Dich angelächelt habe ist aber ein anderer: Ich wollte Dich ermutigen, Dir zeigen, dass Du nicht alleine bist, dass ich Dich verstehen kann. Denn auch ich bin eine MAMA. Natürlich sieht man mir das nicht so an, wenn ich alleine im Bus sitze.

Aber während Du versucht hast, Dein Kind zu trösten, habe ich mich an die Kleinkind-Zeit meiner Kinder erinnert. Wir waren immer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs und das lief auch nicht immer ganz friedlich. Erst recht nicht, wenn die Kinder hungrig oder müde waren.

Mein Lächeln war also nicht böse gemeint, sondern aufrichtig. Es ist mir nämlich ziemlich egal, ob Du ein Kopftuch trägst, oder eine andere Hautfarbe hast. Es macht mir nichts aus. Vielleicht können wir das ja bei der nächsten Busfahrt irgendwie klären.

Der Kleinste...mit 4 Monaten...

Liebste Grüße
Jane

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