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Die böse Exfrau

Ja, das bin ich. Zumindest, wenn man dem örtlichen Bürgerbüro glaubt.

Es ist so: Mein großer Sohn (13) ist nun offiziell zum Papa gezogen. Wie sich das für uns und auch mich anfühlt, darauf gehe ich in einem gesonderten Blogbeitrag ein, wenn mir mal danach ist (nur so so viel: es ist NICHT easypeasy!).

Ich war schon letzte Woche beim örtlichen Bürgerbüro, um Sohnemann umzumelden. Das ging aber total nach hinten los. Die äußerst "nette" Sachbearbeiterin pampte mich nämlich sofort nach Vortragen meines Anliegens mit folgenden Worten an: "DAS dürfen sie gar nicht! Sonst könnte ja jede Exfrau ihre Kinder sonstwohin ummelden! Das kann nur der Vater machen! (ah...der darf also), sie dürfen das auf keinen Fall. Und schon gar nicht vordatiert (ich wollte ihn zum 1.11. ummelden, offizielles Umzugsdatum).

Ich war echt baff. Immerhin hätte die Dame das auch etwas netter ausdrücken können. Natürlich hatte ich schon geahnt, dass es nicht so einfach wird, denn sowas sind wir einfach gewohnt. Aber in solch einer niedermachenden Art und Weise angeblafft zu werden, obwohl ich wirklich freundlich war, fand ich dann doch eher unschön. Leider war ich aber nicht schlagfertig genug, um der Dame entsprechend zu antworten.

Nun, ich habe dem Exmann (mit dem ich übrigens sehr wohl rede und der Kontakt an sich recht gut ist) also mitgeteilt, dass ich unseren Sohn nicht ummelden kann, und er das tun müsste, und zwar bitte schon am 1.11. Oder so. Der 1.11. war hier aber ein Feiertag. Das Jobcenter hatte mir übrigens eine Frist bis 3.11. gesetzt, um die Ummeldebescheinigung einzureichen. Spaßige Sache. Dazu hab ich dem Exmann auch noch erzählt, was mir die Dame im Bürgerbüro so um die Ohren gehauen hat.

Heute war also der große Tag: Ummeldung! Juchuh! Der Exmann geht also ins Bürgerbüro und...ihr ahnt es schon, oder? Genau, er gerät an die gleiche Sachbearbeiterin. Nachdem sie den Namen gehört hatte, wusste sie sofort, um was es ging und wer wir sind. Sie hat sich an mich erinnert. Schön . Allerdings wussten ALLE Mitarbeiter dort, wer wir sind - nämlich diese komische Patchworkfamilie, zu der auch noch die stadtbekannte Transe gehört. Und dann blaffte die Dame meinen Exmann an: Ob er wohl wisse, dass seine Exfrau Sozialversicherungsbetrug begeht und dass sowas ja mal gar nicht geht. Und war er überhaupt dort will und warum er keine Geburtsurkunde vom Sohn dabei hat.

Oh? Schon wieder mit dem falschen Fuß aufgestanden, die Dame? Mal ganz davon abgesehen, dass ich KEINEN Sozialversicherungsbetrug begangen habe, weil sämtliche Ämter (Jobcenter, Jugendamt) involviert waren, hat mich eine Tatsache besonders erschreckt: Nämlich, dass alle wussten wer wir sind und wie unsere Familiensituation ist. WARUM? Gibts dort wöchentliche Hitlisten der "Bad Families" oder der "Mütter, die ihre Kinder abschieben" (so klang nämlich die Dame...) anhand derer man sich dann nochmehr das Maul zerreißen kann, als so schon?

Es ist einfach unglaublich.

Wir ihr merkt, bin ich noch immer aufgewühlt. Aber: Der Sohn ist umgeldet. Hat dann irgendwie doch noch geklappt. Weiß ja schließlich eh jeder, wer wir sind.


Liebste Grüße
Eure Jane (die jetzt erstmal nen Tee trinkt!)

Kommentare

  1. Das ist so toll geschrieben, so lässig, auch wenn das wirklich blöd gewesen sein muss.

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